Edelsteine zählen zu den seltensten Rohstoffen unseres Planeten. Trotz der täglichen Förderung von vielen Tonnen an Material, sind nur wenige Promille für die Verarbeitung zu Schmuckstücken geeignet. Die Gewichtseinheit für Edelsteine ist das Karat. Der Begriff stammt vom Samenkorn "Kuara" des afrikanischen Korallenbaums oder vom Fruchtkern "Keration" des Johannisbrotbaums.

Die mystische Welt der Edlen Steine

Der Mensch wird bereits seit mehr als 10.000 Jahren von Edel- und Schmucksteinen in deren mystischen Bann gezogen. Die ersten Steine, die für Schmuckzwecke verwendet wurden, waren Amethyst, Bergkristall, Bernstein, Granat, Jade, Jaspis, Koralle, Lapislazuli, Perlen, Serpentin, Smaragd und Türkis. Diese blieben über Jahrtausende hinweg hauptsächlich den wohlhabenden und einflussreichen Bevölkerungsschichten vorbehalten, waren also ausschließlich in königlichen Schatzkammern zu finden. Sie dienten als Statussymbole und zur Demonstration von Macht, Ruhm und Herrschaft.

Die Entstehung

Eine Vielzahl der Edel- und Schmucksteine sind Mineralien, der Vorgang der "Kristallisation" kann auf unterschiedliche Art und Weise einhergehen. Einige Mineralien "wachsen" im Erdinneren oder in vulkanisch aufgedrungenen Laven an der Erdoberfläche oder bilden sich durch Mithilfe anderer Organismen. Andere entstehen durch gewaltigen Druck und hohen Temperaturen in tieferen Lagen der Erdkruste. Ihre Form und Farbe sind das Resultat komplexer chemischer Zusammensetzungen. Mineralien entwickeln bestimmte kristalline Strukturen, meistens sind sie mikroskopisch klein, es gibt aber auch tonnenschwere Kristallgiganten.

Etymologie

Aristoteles, der große griechische Philosoph, war einer der ersten, der sich in wissenschaftlicher Art und Weise Gedanken um die Entstehung der Mineralien machte. In einem Werk über die Steine kommt er auf den "krystallos" zu sprechen und zieht gewagte Schlüsse, in dem er annimmt, dass sich Kristalle nur hoch oben auf den Bergen finden, wo ewig winterliche Kälte herrscht. Eine Legende wird geboren, das griechische Wort "krystallos", das soviel wie "Eis" bedeutet, zur Grundlage einer Theorie erhoben. Bergkristalle sind nichts anderes als so tief gefrorenes Eis, das nichts mehr auf Erden imstande ist, es erneut aufzutauen. Wie das Bespiel mit Aristoteles zeigt, entstanden die Namen der Edelsteine vorwiegend in der Antike. Der Diamant beispielsweise hat seinen Namen von seiner Härte (gr. "adamas" = der Unbezwingbare). Tatsächlich gibt es nichts vergleichbar Hartes oder gar noch Härteres als Diamant. Deshalb gilt er geradezu als unvergänglich. Seine Schleifhärte ist 140 mal so groß wie die von Rubin und Saphir, den nächst härteren Edelsteinen nach dem Diamant. Wegen des typischen Diamantglanzes, der anderen optischen Effekte, der hohen Härte und der Seltenheit gilt der Diamant als der König der Edelsteine.